Frauengedöns oder: Daniel Binswanger ist nicht interessiert

Zwölftes Gespräch über das bedingungslose Grundeinkommen

Heute spricht für einmal nicht Beate Fehle mit Ina Praetorius, sondern Ina Praetorius mit Daniel Binswanger, Redakteur „Das Magazin“:

Ina Praetorius am 15. Juni 2013 (per Mail):

Sehr geehrter Herr Binswanger, vermutlich haben Sie von dieser Geschichte gehört:

http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/arena-srf-frauen-anliegen-nicht-beruecksichtigt-1.18041630

http://www.infosperber.ch/Artikel/Sexismus/Arena-Beschwerde-Frauen-Grundeinkommen-Bundesgericht

Aber meines Wissens haben Sie noch nichts darüber geschrieben. Ich möchte Sie bitten, dies zu tun.

Bisher ist die Tatsache, dass die UBI die Beschwerde von Martha Beéry-Artho gegen die Arenasendung vom 27.04.2012 einstimmig gutgeheissen hat und dass die SRG den Fall ans Bundesgericht weiterzieht, nämlich nur in Form von Kurzmeldungen an die Öffentlichkeit gelangt, mit (meines Wissens) zwei Ausnahmen:

http://diestandard.at/1363711101937/Bedingungslos-fuer-ihn-Hausfrauenlohn-fuer-sie

http://www.bzw-weiterdenken.de/2013/06/doch-da-kann-man-was-machen/

Warum ist das so? Weil sich die Beschwerde nicht auf eines der so genannt „grossen“ linken oder rechten wirtschaftspolitischen Themen (und auch nicht auf Christoph Blocher) bezieht, sondern auf „Frauengedöns“ (frei nach Gerhard Schröder)?

Tatsächlich handelt es sich beim Frauengedöns allerdings nachweislich um mehr als 50 Prozent des in der Schweiz geleisteten Arbeitsvolumens.

Und deshalb, meine ich, sollte der Fall einer breiteren Debatte zugeführt werden, zumal die hier verhandelte „Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen“ mit grosser Wahrscheinlichkeit zustande kommen, die Debatte darüber also weitergehen wird. (Der Termin der Einreichung steht bereits fest: es ist der 4. Oktober 2013).

Warum wende ich mich mit meinem Vorschlag nicht an eine der prominenten, auf „Genderthemen“ spezialisierten Journalistinnen? Weil die gängige Trennung zwischen „allgemeinen“ (von Männern bearbeiteten) und „frauenspezifischen“ (von Frauen bearbeiteten) Themen weder sachgemäss noch zielführend ist. Ausserdem weiss ich, dass Sie schon mehrmals wegen Ihres zwar prägnanten, aber tendenziell frauenfreien Weltbildes angegangen wurden. Würden Sie nun eine Debatte über die „Grundeinkommensarena“ anstossen, so könnten Sie damit Ihren Kritikerinnen beweisen, dass Ihr vorerst folgenloses „Es tut mir leid“ ernst gemeint ist und Ihr Nachdenken in Bewegung gesetzt hat.

Sollten Sie hinsichtlich der Care-Ökonomie Argumentationshilfe benötigen, empfehle ich Ihnen (als Einstieg) diesen Text.

Mit freundlichen Grüssen

von Ina Praetorius

Ina Praetorius (am 24. Juni 2013, per Mail):

Sehr geehrter Herr Binswanger,

vor einer Woche habe ich Ihnen eine Mail geschickt (vgl. oben). Wann darf ich, wann dürfen wir mit einer Antwort rechnen? Sollten Sie weitere Informationen zur angesprochenen Thematik benötigen, empfehle ich Ihnen meine „BGE-Gespräche“:

Soeben ist, nach dem Gespräch mit Martha Beéry-Artho, die elfte Folge erschienen.

Mit freundlichen Grüssen von Ina Praetorius

Daniel Binswanger (am 24. Juni 2013, per Mail):

Sehr geehrte Frau Praetorius,

Ich danke Ihnen für Ihren Imput (sic!). Ich habe nicht die Absicht, mich zur Grundeinkommensarena zu äussern.

Mit freundlichen Grüssen

Daniel Binswanger

Ina Praetorius (am 24. Juni 2013, per Mail)
Sehr geehrter Herr Binswanger,
ich hoffe, es überrascht Sie nicht, dass unser Mailwechsel soeben als Folge 12 meiner „BGE-Gespräche“ erschienen ist.
Mit herzlichen Grüssen
von Ina Praetorius
 
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