Die Würde der Geborenen

(Dieser Text ist zuerst erschienen in: Severin J. Lederhilger (Hrsg.), Gott verlassen. Menschenwürde und Menschenbilder, Frankfurt a.M. (Peter Lang) 2007, 163-177)

Die Geschichte des Nachdenkens über die Würde des Menschen ist lang und verzweigt. Dass es unmöglich ist, einen einzigen Entstehungsort oder eine deutliche Entwicklungslinie  zu bezeichnen für die grundlegende Idee, jeder Mensch sei unabhängig von seinem Alter, seinem Geschlecht und seinem Herkommen „als Mensch“ zu respektieren, machen die Beiträge in diesem Buch deutlich. Und die „Lerngeschichte“,[1] die vielleicht irgendwann einmal dazu führen wird, dass die Menschenwürde nicht nur als moralisches Prinzip postuliert, sondern tatsächlich überall auf der Welt geachtet wird, ist noch lange nicht zu Ende. Sie bekommt immer neue Anstösse aus immer neuen historischen Erfahrungszusammenhängen.

Als ein solcher Denkanstoss versteht sich der vorliegende Text.

Ich werde zunächst in drei Thesen meine Einstellung zu dieser gegenwärtigen Welt umreissen, in der ich mich vorfinde. Der Standortbestimmung, die auch Einblick gewährt in den weiteren Diskussionszusammenhang, in dem sich mein Neuansatz zur Begründung der Menschenwürde entwickelt,  folgt zunächst eine Kritik gängiger einschlägiger Begründungsgänge, danach mein Vorschlag, wie sich die Denkfigur der Menschenwürde heute, in der Zeit des ausgehenden Patriarchats, sinnvoll weiter entwickeln liesse.

 Drei Thesen zu einer dynamisierten Weltsicht[2]

Zum ersten: Wäre die Menschenwürde als moralisches Grundprinzip unumstritten und allseits respektiert,  diese Sommerakademie im Stift Kremsmünster (2006) müsste nicht stattfinden. Zwar stirbt die Hoffnung nicht aus, man werde eines Tages endlich und endgültig herausfinden, wie ein friedliches menschliches Zusammenleben funktioniert. Realistischer als diese Hoffnung ist allerdings die Einsicht, dass das Nachdenken über gutes Zusammenleben nach menschlichem Ermessen nie aufhören wird. Wie unsere Älteren, unsere Vorfahrinnen und Vorfahren müssen auch wir Heutigen neu darüber verhandeln, wie wir am besten zusammen leben können und wollen. Auch unsere Kinder und Kindeskinder werden wieder vor dieser Aufgabe stehen. Denn das menschliche Zusammenleben ist kein Mechanismus, den irgendwer irgendwann ganz begriffen haben wird und der danach nur noch hin und wieder geölt werden muss. Das Nachdenken und Verhandeln über gutes Zusammenleben geht weiter – samt allen notwendigen Konflikten, die dieses Verhandeln mit sich bringt. Es ist kein realistisches Ziel, ein konfliktfreies Zusammenleben „herstellen“ zu wollen,[3]denn Konflikte gehören zum menschlichen Zusammenleben wie das Salz zur Suppe. Ein erster Schritt auf dem Weg zum friedlichen Zusammenleben besteht deshalb darin, Konflikte nicht vermeiden zu wollen, sondern sie als notwendigen Bestandteil des Zusammenlebens zu akzeptieren. Für mich bedeutet das hier und heute, dass ich nicht nach der ein- für allemal richtigen, überlegenen Begründung der Menschenwürde suche, sondern mich freue, wenn wir einander verschiedene mögliche Begründungen, die auch in Zukunft verschieden bleiben werden, friedfertig erklären.

Zum zweiten: Der wesentliche Grund dafür, dass das Zusammenleben der Menschen als Mechanismus falsch verstanden wäre, ist, dass täglich neue Menschen als Anfängerinnen und Anfänger in die Welt hinein geboren werden, während andere, alt gewordene, erfahrene Menschen aus der Welt weggehen. Heute leben ungefähr sechseinhalb Milliarden Geborene in dieser Welt zusammen, und in hundert Jahren werden es vielleicht ein paar mehr sein, aber auf jeden Fall werden es andere Menschen sein: neu geborene Menschen, die zwar an die erzählten Erfahrungen ihrer Vorgängerinnen und Vorgänger anknüpfen, nicht aber dieselben Erfahrungen machen können. Jede neu geborene Generation kommt zwar aus Bezogenheit, hat sich nicht selbst gemacht, findet sich vor in einem Herkommen, das wir „Tradition“ nennen. Aber jeder Sohn und jede Tochter hat gleichzeitig die Freiheit und die Aufgabe, in seiner oder ihrer unverwechselbaren Gegenwart neu darüber zu entscheiden, was dieses Herkommen hier und jetzt bedeuten soll. Der Prophet Amos drückt es so aus: „… Wie Wasser ströme das Recht, und die Gerechtigkeit wie ein unversieglicher Bach.“[4]. Gutes Zusammenleben ist ein Prozess des Bezogenseins und Beziehens mit offenem Ausgang. Jede gute Tat hat ein Herkommen und ist kreativ.

Zum dritten: Ich nenne meine Gegenwart die Zeit des ausgehenden Patriarchats. Damit ist hinsichtlich des Gesprächsgegenstandes „Menschenwürde“ vor allem dies gemeint: Seit einigen hundert oder tausend Jahren – wie lange genau, das lasse ich offen – leben wir, jedenfalls hier im Westen, mit einem doppelten Begriff von Würde. Zum einen gilt Würde als ein „innerer Wert“,[5]den jeder Mensch, unabhängig von seinem Geschlecht, seinem Herkommen, seinem Alter, seiner subjektiven Selbsteinschätzung usw. besitzt und der den kategorischen Imperativ, dass Menschen einander als „Zweck an sich selbst…“[6] betrachten und behandeln sollen, begründet. Kant hat die Würde in diesem Sinne zwar in vorher nicht gekannter Prägnanz auf den Begriff gebracht, aber er hat ihn nicht erfunden. Der Begriff der unverlierbaren Selbstzwecklichkeit jedes Menschen ist schon in der Aussage von der Gottebenbildlichkeit der Frauen und Männer im ersten Schöpfungsbericht,[7]in der sogenannten „Goldenen Regel“ und in anderen antiken Denkansätzen angelegt. – Diese Idee wird nun aber bis heute immer wieder unterlaufen von einer mit ihr nicht kompatiblen Weltsicht: Man teilt – in immer wieder neuen historischen Varianten – die Wirklichkeit in zwei unveränderliche Sphären ein, von denen die eine als höher, „männlich“, geistig und um ihrer selbst willen existierend, die andere als niedrig, symbolisch weiblich, körperlich und funktional gedacht wird.[8]Der antike Philosoph Aristoteles, der für die westliche Tradition mindestens ebenso prägend ist wie die Bibel und Kant, hat diese Weltsicht mehrfach in unnachahmlicher Schlichtheit formuliert, zum Beispiel in seiner „Politik“:

„Endlich verhält sich Männliches und Weibliches von Natur so zueinander, dass das eine das Bessere, das andere das Schlechtere und das eine das Herrschende und das andere das Dienende ist.“[9]

Auch in Kants Werk finden sich vergleichbare Aussagen, die mich fragen lassen, ob Frauen auch für ihn eine moraltheoretische Sonderkategorie darstellen, die er jenseits des Prinzips der gegenseitigen Achtung Gleichberechtigter ansiedelt. So schreibt er zum Beispiel in seiner Schrift „Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen“:[10]

„Das Frauenzimmer ist aller Befehle und alles mürrischen Zwangs unleidlich. Sie tun etwas nur darum, weil es ihnen so beliebt, und die Kunst besteht darin, zu machen, dass ihnen nur dasjenige beliebe, was gut ist. Ich glaube schwerlich, dass das schöne Geschlecht der Grundsätze fähig sei.“[11]

„Grundsätze haben“ zu können ist nun aber genau das, was Immanuel Kant unter praktischer Vernunft versteht, und an diese Vernunft bindet er die Menschenwürde, woraus sich logischerweise die Frage ergibt, wie es mit der Würde von Leuten steht, die keine Grundsätze haben können.

Zwar ist die zweigeteilte Weltordnung, die sich in solchen Sätzen ausdrückt, heute deutlich wahrnehmbar im Zerfall begriffen, und genau deshalb spreche ich von der „Zeit des ausgehenden Patriarchats“. Das offizielle, zum Beispiel universitäre Denken hinkt aber, wie so oft, diesen Entwicklungen hinterher. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass Sätze wie die soeben zitierten heute nur selten verhandelt werden, obwohl in ihnen der Schlüssel zur denkerischen Bearbeitung der notorischen Zweiteilung der Welt liegt und obwohl Aristoteles wie Kant nach wie vor als Gründerväter der westlichen Moraltheorie anerkannt sind. Solches Nichtwissenwollen könnte bedeuten, dass sich die Moraltheologen und –philosophinnen um des lieben Friedens willen darauf geeinigt haben, dass die besagten Sätze nicht mehr wirksam sind, weil sie von der Idee der allgemeinen und gleichen Menschenwürde gewissermassen besiegt wurden. Die Wirklichkeit, wie ich sie wahrnehme, sieht allerdings anders aus: Bei genauem Zusehen zeigt sich, dass die mentale Struktur der wertenden Zweiteilung sich oft hinter dem, was wir „Verletzungen der Menschenwürde“ nennen, verbirgt. So hält sich – gerade in neuester Zeit – der Okzident immer wieder ganz selbstverständlich für die überlegene Hälfte der Welt und daher für berechtigt, dem Orient, den er als emotional, unberechenbar und zurückgeblieben, kurz: als „weiblich“ wahrnimmt, seine Auslegung von Demokratie und Menschenrechten aufzudrängen. Die Folge sind Verletzungen der Menschenwürde im Namen der Menschenwürde. Oder: der Markt als vermeintlich zentrale und höhere Sphäre menschlichen Wirtschaftens setzt sich selbst in die Mitte ökonomischer Diskurse. Man übergeht, dass die Praxis des geldvermittelten Tauschens von Überschüssen (wie jeder Ehemann im Patriarchat) abhängig ist von den Leistungen, die in Privathaushalten erbracht werden. Man definiert diese Leistungen als vorökonomisch und „vorpolitisch“[12]und schliesst sie aus den öffentlichen Diskursen über „die Wirtschaft“ weitgehend aus. Die Folgen sind die systematische Verarmung vieler Frauen und Kinder, eine insgesamt verzerrte Sicht des Wirtschaftens, die das Zweitrangige in die Mitte stellt und das Erste vergisst, und eine absurde Ablösung des geldvermittelten Tauschens von dem, was auch die androzentrische Ökonomie[13] für den Sinn allen Wirtschaftens hält: von der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse.[14] Oder: Die sogenannt wissenschaftliche Medizin erhebt sich über vieles, was auch heilsam sein könnte. Eine Folge ist zum Beispiel ein unnötig kostspieliges Gesundheitswesen, das die Menschen keineswegs eindeutig gesünder macht, vielen Menschen sogar durch die Konzentration der Mittel auf hochtechnologische Forschung die medizinische Grundversorgung entzieht.

Konkrete Verletzungen der Menschenwürde sind also oft die Folge davon, dass man die Wirklichkeit noch immer, getreu der aristotelischen Metaphysik, als abgestuft in höhere und niedrige Sphären wahrnimmt. Deshalb heisst meine These, dass es heute, in der Zeit des ausgehenden Patriarchats, zu den vordringlichen Aufgaben des Denkens gehören würde, die latent weiter wirkenden Zweiteilungen der Wirklichkeit erst ins Bewusstsein und dann aus den Angeln zu heben. Notwendig wäre demnach die intensive Weiterführung eines Forschungsprogramms, das – etwa im Rahmen feministischer oder postkolonialer Diskurse – bereits begonnen hat und sich folgendermassen umschreiben liesse: Statt das Prinzip der allgemeinen und gleichen Menschenwürde immer wieder neu zu proklamieren und, wenn das nicht zu einem menschenwürdigen Zusammenleben der sechseinhalb Milliarden Würdeträgerinnen und Würdeträger führt, die bisherigen Begründungen des Prinzips zu verfeinern und zu komplizieren oder, falls auch das nichts nützt, schliesslich resigniert über das unausrottbare „Böse“ zu räsonnieren oder den Respekt vor der Menschenwürde mit Gewalt zu erzwingen , konzentrieren wir unsere Energien auf etwas anderes: wir erforschen, welche tief einverleibten dualistischen Denkmuster den Respekt vor der – vorerst nur im Prinzip – allen zugesprochenen Würde unterlaufen. Die Arbeitshypothese heisst, dass wir bei diesem Forschungsprozess oft auf die Struktur der Zweiteilung der Wirklichkeit nach dem immer gleichen Muster stossen, die ich die „Struktur des begrifflichen Ehepaars“[15] nenne. Ich bin überzeugt, dass mit einem solchen Forschungsprozess für die vielen Menschen viel gewonnen wäre, die heute noch real darunter leiden, zu den weniger wichtigen Angehörigen der Gattung und damit zu denjenigen gezählt zu werden, denen faktisch nur eine eingeschränkte Form der Menschenwürde zugesprochen wird. Und darum geht es doch eigentlich: nicht dass „ein Prinzip sich durchsetzt“, ist entscheidend, sondern dass es wirklichen Menschen, zum Beispiel AsylbewerberInnen, alleinerziehenden Müttern, Menschen mit geistiger Behinderung, hungernden und kranken Kindern wirklich besser geht?

Die Brüchigkeit der gängigen Begründungen der Menschenwürde

Gesetzt nun, wir wären der allgegenwärtigen Neigung auf die Schliche gekommen, bestimmte Menschen, zum Beispiel verheiratete Universitätsprofessoren oder weisse sogenannt gesunde Geldverdiener ins Zentrum der Welt zu setzen und die entsprechenden Anderen, etwa Hausfrauen, Erwerbsarbeitslose oder papierlose NichtbürgerInnen, an den Rand zu schieben und sie dort bestenfalls als nützliche und daher schützenswerte DienstleisterInnen, schlimmstenfalls als überflüssig wahrzunehmen; gesetzt weiter, wir hätten diese verbreitete Praxis nicht nur verstanden, sondern aus den Angeln gehoben, könnten wir dann damit rechnen, dass die allgemeine und gleiche Würde aller fortan von allen so respektiert würde, wie sie in ihrem Kern wohl gemeint ist? – Ich fürchte nein und werde mich jetzt zunächst der Begründung dieses Nein, danach dem versprochenen Vorschlag zuwenden, wie sich die Idee, dass alle Menschen ohne Unterschied von anderen Menschen so respektiert werden sollen, wie diese anderen auch selbst respektiert werden wollen, besser als bisher begründen liesse.

Das moralische Grundprinzip, um das es geht, lässt sich verschieden benennen und verschieden begründen. Oft wird gesagt, es handle sich um eine Reformulierung der sogenannten „Goldenen Regel“, die, wenn ich Hans Küng und seinem „Projekt Weltethos“ glaube,[16] in allen Weltreligionen als zentrales Prinzip vorkommt: „Was du nicht willst, dass man dir tu‘, das füg‘ auch keinem anderen zu.“ Auch die jüdisch-christliche Version dieses Satzes „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“[17] gibt als Begründung für die Maxime, andere Menschen zu achten, kein inhaltliches Kriterium, etwa die Leidensfähigkeit, die Vernunft oder die Nichterkennbarkeit der Anderen an, sondern weist die Handelnden zurück auf das eigene Selbst und damit auf die Erfahrung oder den Wunsch, selbst gut behandelt zu werden, was auch immer „gut“ meinen mag. Die Frage, wie ich mich meinen Mitmenschen gegenüber verhalten soll, wird also zurück gewendet auf meine Selbstwahrnehmung, und damit, so scheint es vielen, sollte das Problem eigentlich zur allgemeinen Zufriedenheit gelöst sein. Denn schliesslich ist es doch nichts als logisch, dass ich andere gut behandle, wenn ich sie als Meinesgleichen erkenne und gleichzeitig weiss, wie ich selbst gern behandelt werden möchte.

Warum aber funktioniert diese schlichte und scheinbar eindeutige Regel dennoch so oft nicht? Der Grund liegt darin, dass oft keineswegs klar ist, wen ich als „Meinesgleichen“ wahrnehme. Kants Konzept der Menschenwürde und der ihm entsprechende kategorische Imperativ sind zwar im Grunde nichts anderes als eine moderne Reformulierung der goldenen Regel. Auch er hält sich ans Modell des Rückbezugs auf das eigene Selbst – vermittelt über ein übergeordnetes „allgemeines Gesetz“. In seinen Erörterungen über die vermeintlich allen zugesprochene Würde wird aber deutlich, dass er keineswegs alle als Seinesgleichen anerkennt. Ein Tier, zum Beispiel, verdient diesen Respekt bei Kant eindeutig nicht, denn es ist nicht vernünftig im Kant’schen Sinne. Auch auf Frauen scheint das Kriterium der Vernünftigkeit, wie ich gezeigt habe, nur mit Einschränkungen zuzutreffen. Und was hätte Kant wohl geantwortet, wenn jemand ihm die Frage gestellt hätte, ob eine Schwarzafrikanerin mit einer geistigen Behinderung Menschenwürde im Vollsinn besitze? Noch lange, nachdem Kant seine Moraltheorie geschrieben hatte, stellte man Menschen aus dem südlichen Afrika in Zoos aus und bestaunte sie wie Affen. Ob sie die Vernunftbegabung besassen, die nach Kant die Menschenwürde begründet, war noch weit bis ins 19. Jahrhundert hinein umstritten. Ist also die angeblich objektive und unbestechliche Vernunft selbst ein kontingenter Glaubensinhalt und damit eng verwandt mit dem Gott, der uns nach Ansicht religiöser Menschen allein die Menschenwürde zusprechen kann und von dem aufgeklärte Menschen sagen, er könne nicht (mehr) zur Begründung der Menschenwürde herangezogen werden, weil nicht alle an ihn glauben? An die Würde verleihende Vernunft, die Kant mir als Frau abspricht, soll ich aber glauben?

Die Menschenwürde an die Vernunftbegabung zu binden, ist zumindest so lange fragwürdig, als nicht eindeutig geklärt ist, wer diese Begabung besitzt. Und die scheinbar so eindeutige Formel „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ verliert ihre Eindeutigkeit in gesellschaftlichen Kontexten, in denen unklar ist, wer unter die Kategorie „Nächster“ fällt. In der Antike, also zur Zeit Jesu, galten Sklavinnen und Sklaven nicht eindeutig als Menschen. Ihr Besitzer durfte sie umbringen, und wenn er es nicht tat, so nicht etwa deshalb, weil er an ihre unverlierbare Würde glaubte, sondern weil sie ihm nützten, oder manchmal vielleicht auch, weil er sie nett fand. Solche Abstufungen innerhalb der menschlichen Gattung sind zwar durch die allgemeinen Menschenrechtserklärungen, die insbesondere als Reaktion auf die faschistischen Regimes des 20. Jahrhunderts entstanden sind, inzwischen ausdrücklich ausser Kraft gesetzt. Aber heute wird heftig darüber gestritten, was uns Menschen eigentlich berechtigt, Tiere nicht als unsere Nächsten anzusehen, sie also zum Beispiel massenweise zu schlachten, nur weil sie vielleicht einen Virus in sich tragen, der uns eventuell irgend wann einmal gefährlich werden könnte.

Die Frage „Wer ist meine Nächste?“,[18] die nach Lukas ein „Gesetzeskundiger“ an Jesus richtet, hat zwar in der Geschichte vom barmherzigen Samariter eine schöne, damals sicher provozierende Antwort gefunden. Aber auch sie muss in jeder neuen Gegenwart in eigener Verantwortung neu verhandelt werden, heute zum Beispiel hinsichtlich der Frage, ob auch Tiere, kulturelle Zusammenhänge, werdende Menschen im Mutterleib, vielleicht sogar Landschaften einen „inneren Wert“ besitzen.[19]

Ich fasse zusammen: Auch die Goldene Regel und der Grundsatz von der allgemeinen gleichen Menschenwürde, modern formuliert zum Beispiel in Kants kategorischen Imperativen oder in Art. 1 Abs. 1 des Deutschen Grundgesetzes, sind keine Mechanismen, die jederzeit und überall gleich funktionieren. Das vielfach formulierte Prinzip von der gleichen Würde „aller“ ist nichts als eine hilfreiche Regel, die uns unsere Vorfahrinnen und Vorfahren hinterlassen haben, weil sie selbst die Erfahrung gemacht haben, dass sich mit diesem Satz vergleichsweise gut leben lässt. Wie ein Kochrezept noch keine Mahlzeit und ein Schnittmuster noch kein Kleid ist, so wird aber auch aus dieser überlieferten Regel gutes Zusammenleben erst durch schöpferisches Nachdenken und Tun in jeder neuen, noch nie da gewesenen Gegenwart.

Die Würde der Geborenen

Einer Möglichkeit, die Würde aller Menschen neu zu begründen, möchte ich mich jetzt zuwenden, ausdrücklich nicht mit dem Anspruch, dies sei nun die endgültige oder die beste Begründung, wohl aber mit dem Anspruch, sie verdiene heute, in der Zeit des Zerbrechens der latent geschlechtsgebundenen zweigeteilten Weltordnung, besondere Aufmerksamkeit:

In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sind denkende Frauen (und einige Männer ) auf eine seltsame Leerstelle in unserer westlichen philosophischen und theologischen Tradition gestossen: Wer in einschlägigen Wörterbüchern nach dem Stichwort „Geburt“ sucht, findet nahezu nichts. In der „Theologischen Realenzyklopädie“ zum Beispiel kann ich 59 Seiten zum Thema „Tod“ lesen, aber keine Zeile über die Geburt oder das Geborenwerden. Im Nachschlagewerk „Die Religion in Geschichte und Gegenwart“ finden sich immerhin eineinhalb Spalten zum Thema, neben dreizehn Spalten über den Tod. In meiner Ausgabe aus dem Jahr 1986 kann ich noch lesen, dass die Geburt „…vielleicht am meisten bei den sog. primitiven Völkern von allerlei Vorstellungen und Riten umgeben“ ist.[20]  In der Ausgabe aus dem Jahr 2000 hat man diesen Satz gestrichen. Aber auch hier erfahre ich nichts über die Theologie von Weihnachten oder über einen Zusammenhang von Geborensein und Menschenwürde, sondern nur einiges über sibirische Schamanen und andere Fremde. Auch im soeben erschienenen „Neuen Handbuch theologischer Grundbegriffe“[21]  fehlt das Stichwort. Und sogar in der ersten Auflage des „Wörterbuchs der Feministischen Theologie“[22] haben wir Herausgeberinnen die Geburt vergessen. Nach der Jahrtausendwende haben wir unseren Fehler dann allerdings korrigiert: in der zweiten Auflage[23] des Wörterbuchs gibt es einen dreiteiligen Artikel unter der Überschrift „Geburt/Natalität“. Und in diesem Artikel steht, dass das Denken der Geburtlichkeit ungeahnte Möglichkeiten in sich birgt, die heute erst in Ansätzen erkennbar sind. Gemeint ist damit zum Beispiel die Möglichkeit, die ganze christliche Theologie von Weihnachten oder die Menschenwürde vom Sohn- und Tochtersein her neu zu verstehen.

Der konkrete Anfang, den bis heute alle Menschen ohne Ausnahme hinter sich haben, ist also ein weitgehend ungedachtes Vorhandensein. Zwar feiern Christinnen und Christen Weihnachten, das Fest des Geborenseins Gottes, mindestens so intensiv wie Karfreitag und Ostern, aber sie denken es nicht. Zwar ist heute, vor allem im Rahmen der sogenannten Bioethik, viel von den „Problemen um den Lebensbeginn“ die Rede. Aber dabei geht es meist um kasuistische Argumentationen angesichts von Fragen, die der Ethik von einer Medizintechnik aufgezwungen werden, die ihrerseits den menschlichen Anfang nicht als einen biologisch-kulturellen Prozess, sondern als einen technisch manipulierbaren Mechanismus jenseits menschlicher Bezogenheiten wahrnimmt. Dass sie ihn so wahrnimmt, muss uns angesichts der nahezu vollständigen, Jahrhunderte andauernden Tabuisierung der realen menschlichen Anfänglichkeit durch Theologie und Philosophie nicht verwundern. Eine Theologie etwa, die behauptet, die Menschen kämen direkt aus der Hand eines Schöpfergottes, sollte nicht erstaunt sein, wenn in der Zeit der Gottverlassenheit[24] selbsternannte Götter die Regie übernehmen.

Was bedeutet es, geboren zu sein?

Es bedeutet, in Form einer Beziehung zu einem bestimmten Menschen der vorangegangenen Generation in die Welt eingetreten zu sein: einer Beziehung, die am Anfang so eng war, dass die beiden aufeinander Bezogenen sich in ein- und demselben Körper befanden.[25] Die gängige Identitätslogik kann den Zustand der Schwangerschaft, der jedem Geborenwerden voraus geht, kaum angemessen erfassen. Denn sie stellt seit langem den erwachsenen männlichen Menschen als Modell ins Zentrum. Von ihm scheint sich alles weitere, was über den „Menschen an sich“ und seine Würde zu sagen ist, abzuleiten.[26]  Dass zwei Menschen sich in einem Menschen aufhalten, kann dieser Logik zufolge nur Krankheit sein. Tatsächlich wird der Zustand der Schwangerschaft, wenn er überhaupt gedacht wird, oft als eine Art Krankheit vorgestellt, als Ausnahmezustand zumindest, oder dann sentimental aufgeladen als „süsses Geheimnis“. Die evangelische Theologin Christiane Kohler-Weiss, die eine wichtige Untersuchung über die Ethik der Schwangerschaft geschrieben hat, resigniert vorerst vor diesem vermeintlichen Nichtdenkenkönnen. Sie schreibt:

„Das Lebensverhältnis Schwangerschaft lässt sich kaum auf einen philosophischen Begriff bringen.“[27]

Wirklich nicht? An diesem Punkt will ich ihr nicht folgen. Zwar ist es richtig, dass Schwangerschaft un-denkbar ist, wenn ich die kanonisierte westliche philosophische Tradition zum Massstab meines Denkens erhebe. Aber diese Tradition ist nicht notwendigerweise Massstab meines Denkens. Sie hört auf, mich zu kontrollieren, sobald ich erkenne, dass sie auf fehlerhaften, revisionsbedürftigen Grundlagen beruht. Andererseits: seit jeher ist es Ziel und Ideal eben dieser Tradition, die Wirklichkeit, so wie sie ist, in Worte zu fassen. Warum sollte sich ausgerechnet unser aller biologisch-kulturelles Herkommen dem Wunsch, die Wahrheit zu sagen, entziehen?

Nach ungefähr neun Monaten des Bezogenseins Zweier in Einer ist also jede und jeder von uns als Sohn oder Tochter ins Licht der Welt getreten: durch Geburt. Sohn oder Tochter zu sein bedeutet, unaufhebbar in ein unwiederholbares Generationengefüge eingeordnet zu sein, als unverwechselbares, einzigartiges Individuum. Schon im Jahr 1958, also bevor die Neue Frauenbewegung anfing, über die denkerische Verdrängung der Mütter nachzudenken, hat Hannah Arendt, die politische Denkerin in jüdischer Tradition, menschliches Dasein und Handeln von diesem realen Anfang her neu gedacht. Arendt schreibt:

„Sprechend und handelnd schalten wir uns in die Welt der Menschen ein, die existierte, bevor wir in sie geboren wurden, und diese Einschaltung ist wie eine zweite Geburt, in der wir die nackte Tatsache des Geborenseins bestätigen, gleichsam die Verantwortung dafür auf uns nehmen.“[28]

Für Hannah Arendt ist die Art, wie Menschen in die Welt kommen, paradigmatisch für ihr Dasein in der Welt: Menschen werden nicht ohne Sinn und Zweck in die Welt geworfen, sondern sie haben einen unverwechselbaren Anfang im Ja einer bestimmten Person und in einem bestimmten Generationengefüge. Geboren werden heisst, als einzigartiger Neuankömmling in die bereits vorhandene Fülle der Welt eintreten und in dieser Welt…

„… selbst aus eigener Initiative etwas Neues anfangen. … Weil jeder Mensch auf Grund des Geborenseins ein initium, ein Anfang und Neuankömmling in der Welt ist, können Menschen Initiative ergreifen, Anfänger werden und Neues in Bewegung setzen.“[29]

Mit diesem Gedanken integriert Arendt die Tatsache des Geborenseins auf prägnante Weise ins Nachdenken über Anthropologie und Ethik. Und sie erfindet dabei den Begriff der Freiheit neu. Jenseits der seltsam irrealen Idee, Freiheit bedeute grösstmögliche Unabhängigkeit von anderen und realisiere sich in einem quasi bedürfnislosen Reich menschlicher „Autonomie“, jenseits aber auch der pessimistischen Antithese von der Determiniertheit des Handelns, wie sie heute von der Hirnforschung wieder aufgewärmt wird, begreift Arendt Freiheit als die Möglichkeit und Bestimmung, unverwechselbare Handlungen wie Fäden von einzigartiger Farbe und Konsistenz ins Gewebe Welt zu schlagen. Freiheit bedeutet, …

„… dass Menschen, das Neue, das in die Welt kam, als sie geboren wurden, handelnd als einen neuen Anfang in das Spiel der Welt werfen.“[30]

Hannah Arendt hat meines Wissens diesen anthropologischen Neuansatz nicht ausdrücklich zur Frage der Menschenwürde in Beziehung gesetzt. Das kann ich heute tun. Fast habe ich das Gefühl, als könnte ich damit Brücken bauen über Gräben, die denkende Männer im Wahn, sich von allen und allem unabhängig machen zu können, selbst gegraben haben und von denen sie jetzt behaupten, sie könnten sie nicht überschreiten: Gräben zwischen Religionen, Dogmensystemen, Nationen, Institutionen, zwischen Nord und Süd, Orient und Okzident. Aber sind nicht alle diese in ihrer Isolierung inzwischen längst nicht mehr glücklichen Leute vor nicht allzu langer Zeit als zappelnde, schreiende, gänzlich abhängige Säuglinge aus einem anderen Menschen heraus gekommen? Waren sie nicht Jahre lang abhängig von der Zuwendung bestimmter Anderer, davon, dass diese Anderen ihnen geduldig den Weg in die Selbständigkeit gewiesen haben? Und bedeutet Selbständigkeit etwa Unabhängigkeit? Ist nicht auch jeder erwachsene Mensch, auch der Universitätsprofessor, auch der Macher von Davos, George W. Bush ebenso wie Usama Bin Laden abhängig davon, dass andere für ihn Kartoffeln pflanzen, Wäsche waschen, Bankkonten verwalten, Gesetze schreiben, Steuern eintreiben, Kleider nähen, Heizungen reparieren? Könnten wir einander vielleicht deshalb respektieren, weil wir alle Teil desselben Bezugsgewebes sind, abhängig zuerst vom Ja bestimmter unverwechselbarer Personen, die wir unsere Mütter nennen, und dann abhängig von Erde, Luft, Wasser und allem, was sie hervorbringen, von Tradition und von einem sorgenden globalen Gemeinwesen? Abhängig ist und bleibt jede und jeder Geborene, und gleichzeitig sind sie frei, täglich neu in liebender Geistesgegenwart zu nähren, was sie nährt.

So jedenfalls lege ich den Glaubenssatz aus, der in der Mitte meiner biblischen Tradition steht: dass die Menschen „Kinder Gottes“ sind, Kinder Gottes aus und mit lebendigem Leib. Geboren, abhängig, sterblich und frei sind alle, verbunden durch unwiederholbare Generationengefüge, die ihrerseits Teil sind des einen gemeinsame INTER-ESSE,[31]das ich Gott nenne, weil ich fromm bin.[32]

Jeder denkerische Neuansatz ist konfrontiert mit zahllosen Fragen, die sich vom gewohnten Bisherigen her stellen. Mit einer der nächstliegenden dieser Fragen möchte ich meine im Fluss befindlichen Gedanken zur Würde der Geborenen vorerst abschliessen: Wie steht es im Rahmen der vorgeschlagenen Neubegründung menschlicher Würde mit der derzeit heiss umstrittenen Frage nach der Würde der Ungeborenen?

Mein vorsichtiger Ansatz einer Antwort  auf diese Frage ist eine Einladung zum Mit- und Weiterdenken: Es wäre nämlich vermessen zu behaupten, wir hätten nach Jahrhunderten der Verdrängung unseres Anfangs im lebendigen Leib einer Anderen schon verstanden oder gar auf den präzisen Begriff gebracht, was Geborensein bedeutet. Wir sind hinsichtlich dieser Frage am Anfang und sollten deshalb grundsätzlich Vorsicht walten lassen bei allen Entscheidungen, die Eingriffe in diese menschliche Anfänglichkeit betreffen. Sicher ist nur, dass das Geborenwerden ein wichtiges, vorerst weitgehend ungedachtes Vorhandensein ist, dem sich endlich zuzuwenden neue Räume des Denkens und der Moral eröffnet. Und sicher ist wohl auch, dass es nicht ein punktuelles biologisches Ereignis, sondern eine Passage, vielleicht ein Kulminationspunkt innerhalb eines biologisch-kulturellen Prozesses ist, dessen Beginn und Ende sich womöglich nicht in den anthropologischen Kategorien fassen lassen, die uns heute schon zugänglich sind.

Als vorläufige Konsequenz aus ihren bedeutungsvollen Überlegungen über diesen Prozess formuliert Christiane Kohler-Weiss immerhin schon:

„Zum Schutz der Menschenwürde gehört der Schutz der Menschwerdung auf würdevolle Weise und das heisst: im Leib einer Mutter, in personaler Beziehung zu ihr, dem Zugriff von aussen entzogen. … Nicht nur das ungeborene Leben ist rechtlich zu schützen, sondern die Schwangerschaft muss als Schutzgut des Rechts erkannt werden. Dies hat weitreichende Konsequenzen sowohl für die rechtliche Regelung des Schwangerschaftsabbruchs als auch für die rechtliche Regelung von Reproduktionsmedizin und Embryonenforschung … Die Verankerung eines Menschenrechts auf Entstehung im Mutterleib und auf das Geborenwerden von einer Mutter wäre ein Beitrag zur Sicherung von Freiheit und Gleichheit.“[33]

Diesem zukunftsweisenden Postulat schliesse ich mich an und verbinde es mit der Aufforderung, sich dem Denken von unser aller konkreter Anfänglichkeit als einem wesentlichen Angelpunkt für die Konzeption der Menschenwürde zuzuwenden.

 

[1]Vgl. Heiner Bielefeldt, Menschenwürde als Grundlage des säkularen Rechtsstaats, in: Severin Lederhilger, Gott verlassen a.a.O., 110-125.

[2]Vgl. Ina Praetorius Hg., Sich in Beziehung setzen. Zur Weltsicht der Freiheit in Bezogenheit, Königstein/Ts. (Ulrike Helmer Verlag) 2005; Vgl. auch: Ina Praetorius, Handeln aus der Fülle. Postpatriarchale Ethik in biblischer Tradition, Gütersloh (Gütersloher Verlagshaus) 2005.

[3]Zur Tätigkeitsform des „Herstellens“ – im Unterschied zur „Arbeit“ und zum „Handeln“ – vgl.: Hannah Arendt, Vita Activa oder Vom tätigen Leben, München (Piper) 1981, (orig. 1958), 124-163 und passim.

[4]Am 5, 24.

[5]Immanuel Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (1785), Stuttgart 1984, 87.

[6]Ebd. 88.

[7]Gen 1, 27.

[8]Vgl. dazu: Heidi Bernhard Filli u.a., Weiberwirtschaft. Frauen – Ökonomie – Ethik, Luzern (Edition Exodus) 1994, 9-28.

[9]Aristoteles, Politik, übersetzt und mit erklärenden Anmerkungen versehen von Eugen Rolfes, Hamburg (dtv) 1981, 10.

[10]Immanuel Kant, Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen, in: Immanuel Kant, Werke in sechs Bänden (Wilhelm Weischedel Hg.), Wiesbaden 1960 ff.

[11]   Ebd.  854f. Zu einer eingehenden Analyse des Problems vgl. Ursula Pia Jauch, Immanuel Kant zur Geschlechterdifferenz. Aufklärerische Vorurteilskritik und bürgerliche Geschlechtsvormundschaft, Wien (Passagen Verlag) 1988.

[12]Vgl. dazu z.B. Helmut Thielicke, Theologische Ethik Bd. 3, Tübingen (Mohr) 1964, 316. Vgl. auch: Ina Praetorius, Die Welt: ein Haushalt. Texte zur theologisch-politischen Neuorientierung, Mainz (Matthias Grünewald Verlag) 2003, 24f.

[13]Vgl. dazu Art. „Androzentrismus“ in: Elisabeth Gössmann u.a. Hg., Wörterbuch der Feministischen Theologie, Gütersloh (Gütersloher Verlagshaus), 2. Aufl. 2002.

[14]Vgl. dazu z.B. Christof Arn, HausArbeitsEthik. Strukturelle Probleme und Handlungsmöglichkeiten rund um die Haus- und Familienarbeit in sozialethischer Perspektive, Chur/Zürich (Rüegger) 2000; Maren A. Jochimsen, Careful Economics. Integrating Caring Activities and Economic Science, Boston/Dordrecht/London (Kluwer Academic Publishers) 2003; Art. „Wirtschaftsethik A“ in: Peter Eicher Hg., Neues Handbuch Theologischer Grundbegriffe, München (Kösel) 2005.

[15]Vgl. Ina Praetorius 2005, 62-64.

[16]Hans Küng, Das Projekt Weltethos, München (Piper), 4. Aufl. 1992.

[17]Vgl. Lev 19,18; Mt 19, 19; 22, 39; Mk 12, 31; Röm 13,9; Gal 5, 14; Jak 2,8.

[18]Lk 10, 29.

[19]Vgl. ausführlicher dazu: Ina Praetorius, Die Würde der Kreatur. Ein Kommentar zu einem neuen Grundwert, in: Dies., Zum Ende des Patriarchats. Theologisch-politische Texte im Uebergang, Mainz (Matthias Grünewald Verlag) 2000, 97-137.

[20]Art. Geburt in: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Studienausgabe, Tübingen (J.C.B. Mohr) 1986.

[21]Peter Eicher Hg., Neues Handbuch theologischer Grundbegriffe, München (Kösel) 2005.

[22]Elisabeth Gössmann ua Hg., Wörterbuch der Feministischen Theologie, Gütersloh (Gütersloher Verlagshaus) 1991.

[23]Elisabeth Gössmann ua. Hg. Wörterbuch der Feministischen Theologie, zweite erweiterte Auflage, Gütersloh (Gütersloher Verlagshaus) 2002.

[24]Vgl. dazu den Titel der Sommerakademie 2006: „Von Gott verlassen – Menschenwürde und Menschenbilder“.

[25]Vgl. Ina Praetorius, Das Ungedachte: Zwei in Einer. Ein Essay zur Theologie der Schwangerschaft, in: Dies., Zum Ende des Patriarchats. Theologisch-politische Texte im Uebergang, Mainz (Matthias Grünewald Verlag) 2000, 29-34.

[26]Vgl. dazu zahlreiche Untersuchungen aus den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, z.B. Silvia Bovenschen, Die imaginierte Weiblichkeit. Exemplarische Untersuchungen zu kulturgeschichtlichen und literarischen Präsentationsformen des Weiblichen, Frankfurt a.M  (Suhrkamp), 2. Aufl. 1980; Mary Daly, Gyn/Oekologie. Eine Meta-Ethik des radikalen Feminismus, München (Frauenoffensive), 4. Aufl. 1986; Susan Moller-Okin, Women in Western Political Thought, Princeton (Princeton University Press) 1979; Ina Praetorius, Anthropologie und Frauenbild in der deutschsprachigen protestantischen Ethik seit 1949, Gütersloh (Gütersloher Verlagshaus), 2. Aufl. 1994 uam.

[27]Christiane Kohler-Weiss, Schutz der Menschwerdung. Schwangerschaft und Schwangerschaftskonflikt als Themen evangelischer Ethik, Gütersloh (Gütersloher Verlagshaus) 2003, 315. Vgl. auch: Ina Praetorius, Schutz der Menschwerdung. Zu Christiane Kohler-Weiss Buch, in: Evangelische Theologie 6/2004, 477-479.

[28]Christiane Kohler-Weiss 2003, 165.

[29]Christiane Kohler-Weiss 2003, 166.

[30]Hannah Arendt 1981, 199.

[31]Inter-esse von lat. Dazwischen-Sein.

[32]Vgl. Ina Praetorius 2005, 119-122.

[33]Christiane Kohler-Weiss 2003, 397, 408.

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